Spalierobst ist eine besondere Kunst im Obstanbau. Ist leider nicht mehr so bekannt. Der Sinn besteht darin, auf wenig Platz viel Obstbäume unterzubringen.
So etwas habe ich in meinem Garten gemacht. Macht zwar viel Arbeit, geht schon mal ein Wochenende drauf beim Schneiden, aber es ist nun mal mein Hobby. Der Gartenweg ist rechts und links mit je 5 Obstbäumen aller Art bepflanzt. Die Bäume begegnen sich oben über den Gartenweg und ergeben so einnen Laubgang im Sommer. Beim richtigen Schnitt tragen sie viel Obst. Ich lagere es im Herbst im Keller ein und habe bis ca. kommenden Februar eigene Äpfel und Birnen. Und vor allem ungespritzt, aber nicht so gemalt und gleiche Größe wie im Supermarkt.
Um die Bäume in diese Form zu bekommen, muß man Kletterhilfen haben, an die man den obersten jungen Trieb anbindet und in die Richtung zwingt. Die Äste müssen kurz gehalten werden und Seitenäste dürfen sie nicht haben. So bilden sich die Früchte direckt an den Ästen. Mindestens zweimal im Jahr muß geschnitten werden. Im Juli der Grünschnitt, da werden vor allem die sogenannten Wassertriebe abgeschnitten und im Herbst, der übliche Winterschnitt.
Grundsätzlich gilt die Formel: Nach dem Schnitt muß man eine Aktentasche durchschmeißen können und wenn mal zuviel weggeschnitten wird, wächst es eh wieder nach. Es muß viel Licht und Sonne reinkommen. Sie sind jetzt 28 Jahre alt und tragen wie verrückt.
Hier mal ein Bild von gestern. Man kann noch den noch den Winterschnitt sehen und wenn man genau hinsieht, auch die Kletterhilfe aus Rohre.
Ist vom Balkon aus gemacht, deshalb sieht es so gedrängt aus. Die zwei vorderen Bäume sind keine Obstbäume. Links ist eine Korkenzieherweide und rechts blauer Flieder.
Und so sieht es im Sommer aus.