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Freitag, 19. März 2010, 14:57

Alles selbst machen, verkehrtes Sparen und Hoffnung Zeitbank 55+

Immer mehr Menschen machen sich immer mehr selbst. Ester Teil.

Die einen, weil sie es können - die anderen, weil sie es finanziell müssen. Die Dritten - also die Dummen oder Geizigen, weil sie noch immer glauben, wer mehr hat, zählt mehr. Diese Letztgenannten, Bedauernswerten begnügen sich also mit Murx - anstelle fachmännischem Rat oder qualitativer Ware.

Ein Beispiel für die, die das seit Langem drehende Karussel (Ringelspiel) nicht durchschauen: Dem Wirt bleiben die Gäste aus. Warum? Nun weil am Ort die Vereine Schlachtplatten mit Sauerkraut anbieten - natürlich mit Spenden für den Verein. Da gibt es keine teuern und ist günstiger. Jetzt kann der Friseur bald dicht machen. Der Wirt schneidet sich notgedrungen selbst die Haare. Kommen kaum Gäste, dann kann die Frisur sch.. (im Freizeitlook) sein. Der Friseur wiederum verzichtet auf seine Urlaubsreise ins Gebirge. Balkonien ist angesagt. Eigentlich wollte der Ferienhausanbieter endlich mal eine Wohnung renovieren. Pustekuchen! Auch der Wirt kann nicht mehr Ferien machen.

Der Wirt beschließt, eine Homepage zu erstellen - möglichst kostenlos. Das geht. Wie schon in meinem Artikel beschrieben. Nur, die Konkurrenz wirbt auf seiner Seite: KOSTENLOS! - So ein Pech. Die Homepage kostet zwar nichts - außer eben Kunden. Das ist nicht so tragisch. Die Handvoll Leute, die seine Website per Zufall finden, wollen sowieso was ganz anderes. Denn der Websitedesigner, der nicht nur Websites erstellt, sondern auch zusieht, dass sie gefunden wird und Umsatz bringt, kann schon lange nicht mehr zum Friseur, oder ab und zu mit seiner Familie zum Wirten essen gehen und Urlaub in den Bergen kennt er nur vom Hörensagen.


Immer mehr Menschen machen sich immer mehr selbst. Zweiter Teil.


Egal aus welchen Gründen - es ist fatal. Je mehr geizen, desto mehr müssen geizen. In die Wirtschaft ist jeder eingeworben. Vor einigen Wochen machte der EDEKA am Ort dicht - 20 Menschen arbeitslos. Danach gleich einer der Metzger vom Ort. Wundert mich nicht. Ab vier Euro je KG Fleisch oder Käse geht nichts mehr bei denen, denen aus den aufgezeigten Gründen die Einnahmen wegbrechen. Nun - Quelle musste schließen und tausendde Mitarbeiter entlassen. Wundert mich nicht. Schließlich habe ich in den vier letzten Jahren - außer Socken - keinerlei Bekleidung kaufen können. Obwohl ich jeden Monat etwa 200 Stunden arbeite, nie krank bin und keinen Urlaub machte. Aber wenn die Arbeit nicht bezahlt wird, dann kann auch nichts ausgegeben werden.
Immer mehr Menschen machen sich immer mehr selbst. Dritter Teil.


Ein interessanter Artikel zeigt einen Weg aus dieser geizgemachten Spirale nach Unten:
zeitbank-fuer-eine-aktive-nachbarschaftshilfe

Hier wird füreinander und miteinander auf Zeitbasis und nicht für Geld Leistung und Arbeit ausgetauscht. Diese Zeitguthaben können auch angespart werden. Am Besten den Artikel lesen und staunen. Schließlich wird das Ganze schon in fünfzehn Gemeinden in Österreich und seit Kurzem in Deutschland (Sennfeld) praktiziert. Die wertvollen "Abersager" sind diesmal leider etwas zu spät dran. Wobei natürlich jeder trotzdem "Aber" sagen kann. Aus hunderten "Aber" kann auch mal dahinter ein konstruktive Idee kommen. Die gebiert dann wieder "Abers". Das ist der Lauf (oder die Bremse) der Welt.

Bin schon neugierig, ob ich hier wieder mit mir selbst diskutieren darf. Kann ich auch. Ich kann auch mit mir selbst Schach spielen. Wahrscheinlich benutze ich beide Gehirnhälften. Da kann man sogar Selbstgespräche (per Du) führen.

Liebe Grüße an alle Berg- Foto- Wander und andere Freunde
Primapage

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Freitag, 19. März 2010, 16:08

Es ist eine Kettenreaktion!

Wenn ein Zahnrad nicht mehr funktioniert, bricht die ganze Maschinerie zusammen.

Ich kann da eigentlich nur aus dem Gastgewerbe sprechen.
Aber wie viele Menschen sagen, wir bräuchten keine Gäste. Dann wäre alles viel ruhiger, sauberer und nicht so hektisch.
Nun ja, das kann schon sein.
Aber wir in der Region Schladming und im übrigen Österreich haben sehr wenig Industrie.
Also leben wir vom Tourismus.
Sollten die Gäste wirklich ausbleiben, dann gehen nicht nur die Vermieter pleite, sondern in der Folge auch die Kaufgeschäft, Bäcker usw.

Also brauchen wir die Gäste, damit die Maschinerie läuft.

3

Freitag, 19. März 2010, 16:38

Gar nicht auszudenken, was passiert, wenn der Schnee ausbleibt. Aber wenn man es ganau nimmt, ohne Schneekanonen würde es gar nicht mehr gehen.
Wenn man vor 20 Jahren gesagt hätte, man bräuchte in unserer Region auf über 1.000 Meter Schneekanonen, dann wäre man ausgelacht worden.

4

Freitag, 19. März 2010, 18:25

Schnee und Gäste

Nun zu Antwort Happy und Riesach:

Ergänzen sich in idealer Weise im Erkennen der Zukunft:

Da die Gäste nur kommen können, wenn Sie vorher Einnahmen haben - von den wenigen reichen Erben abgesehen und anderen Kapitalbesitzern - werden durch die Selbermachenspirale immer weniger Gäste kommen. So erspart man sich die Schneekanonen. Wenn durch immer weniger Reisen sich das Klima erholt, kommt vielleicht wieder mehr Schnee. Allerdings gibts für die wenigen Gäste ja die Möglichkeit, den Wintersport auf die wenigen restlichen Gletscher zu verlegen. Da gibts Schnee ohne Kanonen.

Man sieht daran, die Wirtschaft ist ein zartes Pflänzchen. Wer meint, auf Kosten anderer zu sparen, steht am Ende selbst dumm da. Ich werde mal versuchen, ob ich einen Zahnarzt finde, der Zeit investiert um meine Zahnreparatur zu machen. Ich kann dafür Zeit investieren um eine tolle Homepage einem, der sie selbst nicht machen will, zu erstellen. Mit diesem Zeitguthaben wird das Ganze geldlos erledigt. Schließlich habe ich bis heute über zweitausend Stunden in das Lernen und Referenzkunden gewinnen investiert.

Da auch in Österreich die Pensionen immer mikriger werden - sehe ich an meiner eigenen Pension (Rente) - wird das Modell zeitbank 55+ immer interessanter und wichter.


Für Leser aus dem Ausland: In Österreich heißt die Rente Pension weil der Jahresbetrag 14 Mal ausbezahlt wird. Die jährliche Rente in Deutschland wird 12 mal ausbezahlt.

Herzliche Grüße
primapage

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Samstag, 20. März 2010, 18:23

Die Zeiten werden nicht mehr besser. Wir müssen hoffen, dass wir das Halten können, was wir derzeit haben.

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Samstag, 20. März 2010, 19:12

Die Zeiten werden nicht besser

Die Frage ist, ob wir selbst was ändern wollen - im Miteinander und Füreinander. Die Zeiten ändern sich nur, wenn wir etwas unternehmen und unser Verhalten ändern. So wie das Beispiel zeitbank 55+ und ähnliche Projekte zeigen.

7

Sonntag, 21. März 2010, 15:39

Etwas zu ändern wird schwierig. Was mir besonders auffällig erscheint, ist die Tatsache, dass der Tourismus nur für den Winter ausgelegt ist. Vielleicht sollte man für den Sommer mehr werben. Zumindest wären die Sommerurlaube um vieles billiger.
Was mir auch noch auffällt ist, dass die deutschen und holländischen Urlauber immer wenige werden. Gäste aus den östlichen Ländern dominieren mittlerweile.

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